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KI-Gesprächstrainer

Im Rahmen der ersten Interviewrunde mit den Partnerunternehmen des Projekts DiReKT wurden unterschiedliche Herausforderungen und Potenziale im Zusammenhang mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz analysiert. Ziel dieser Gespräche war es, zentrale Unternehmensprozesse und Kompetenzen zu identifizieren, die durch den gezielten Einsatz moderner KI-Technologien verbessert und langfristig resilienter gestaltet werden können. 

Dabei zeigte sich insbesondere bei Softwareherstellern und technologieorientierten Unternehmen ein wiederkehrendes Muster: Während technische Kompetenzen in vielen Bereichen stark ausgebaut wurden, nehmen kommunikative Herausforderungen im beruflichen Alltag zunehmend zu. Besonders technisch versierte Mitarbeitende stehen häufig vor anspruchsvollen Gesprächssituationen, etwa in Kundengesprächen, Verhandlungen, Präsentationen, Konfliktsituationen oder internen Abstimmungen zwischen Fachbereichen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Der zunehmende Fokus auf digitale Arbeitsweisen, remote Kommunikation und spezialisierte technische Tätigkeiten verändert auch die Art, wie Menschen miteinander kommunizieren. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an professionelle Gesprächsführung, soziale Kompetenz und empathische Kommunikation im Unternehmenskontext stetig an.

Um Unternehmen bei dieser Herausforderung zu unterstützen, entwickelt DiReKT einen KI-basierten Gesprächstrainer, der reale Gesprächssituationen simulieren und individuelles Kommunikationsverhalten analysieren soll. Ziel des Systems ist es, Mitarbeitenden eine praxisnahe Möglichkeit zu bieten, unterschiedliche Gesprächssituationen interaktiv zu trainieren und ihre kommunikativen Fähigkeiten gezielt weiterzuentwickeln. Der Gesprächstrainer soll langfristig verschiedene Anwendungsszenarien unterstützen. Dazu gehören unter anderem Kundengespräche, Verhandlungssituationen, Feedbackgespräche, Konfliktmanagement, technische Beratungsgespräche sowie Bewerbungssituationen oder interne Abstimmungsprozesse. Die KI kann dabei Gesprächspartner simulieren, Rückmeldungen zum Kommunikationsstil geben und Verbesserungsvorschläge auf Basis wissenschaftlicher Modelle und moderner Sprachverarbeitung generieren.

In der ersten Projektphase lag der Fokus auf der wissenschaftlichen und theoretischen Grundlagenarbeit. Hierbei wurden verschiedene Themenfelder untersucht, die für die Entwicklung eines intelligenten Gesprächstrainers relevant sind. Dazu zählen unter anderem User Acceptance, Communication Theory, Requirements Engineering, Negotiation Techniques, Interactive Voice Systems sowie Emotional Awareness in Speech Bots. Besonders wichtig ist dabei die Frage, wie KI-Systeme gestaltet werden müssen, damit sie von Nutzerinnen und Nutzern akzeptiert, als hilfreich wahrgenommen und sinnvoll in bestehende Arbeitsprozesse integriert werden können. Gleichzeitig spielen Faktoren wie Natürlichkeit der Sprache, emotionale Sensibilität und situationsabhängige Reaktionen eine zentrale Rolle für ein realistisches und effektives Trainingserlebnis.

Im nächsten Schritt möchte das Projektteam die Partnerunternehmen noch stärker in die Entwicklung einbeziehen. Gemeinsam sollen konkrete Anforderungen, typische Gesprächssituationen und praxisrelevante Anwendungsfälle identifiziert werden. Dadurch entsteht eine fundierte Grundlage für die technische Entwicklung des Systems und gleichzeitig wird sichergestellt, dass die spätere Lösung einen echten Mehrwert für Unternehmen bietet. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Offenheit und langfristiger Nutzbarkeit. Nach Fertigstellung wird der KI-Gesprächstrainer allen Partnerunternehmen des Projekts kostenlos als Open Source Lösung zur Verfügung gestellt. Dadurch können Unternehmen das System flexibel an ihre eigenen Anforderungen anpassen und weiterentwickeln.

Unternehmen, die Interesse daran haben, ihre Anforderungen und Erfahrungen in die Entwicklung einzubringen, sind herzlich eingeladen, Teil des Projekts zu werden. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis entsteht eine Lösung, die sich an realen Herausforderungen orientiert und Unternehmen konkret im Arbeitsalltag unterstützen kann.

Foto von Benedict Väth

Ansprechpartner

Benedict Väth

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

benedict.vaeth@uni-wuerzburg.de